Do 3.5.2018: Welt. **Krieg. **Frieden. – Ja, Nein, Vielleicht?*

Thema der Woche:

Wie in der westlichen Gesellschaft mit aktuellen internationalen
Konflikten umgangen wird und was man selbst tun kann.

Reicht der aktuelle Diskurs für eine *langfristige Konfliktlösung* in
den Krisengebieten, z.B. der sog. „Achse des Bösen“, und langfristige
Friedenssicherung, z.B. bei uns in Europa? Wir hören von brutalen,
moralisch nicht ernstzunehmenden Machthabern und Regimes von Nordafrika bis Nordkorea, die es zu begrenzen gelte. Auch deutsche Politiker
sprechen in der Öffentlichkeit immer häufiger von der Notwendigkeit,
Krieg als politisches Mittel einzusetzen. Doch die Begründungen sind
häufig sehr lückenhaft, betonen v.a. die moralischen Aspekte. Bei
näherer Untersuchung kommt nicht selten zutage, dass diese moralisch
Bösen v.a. eine vielen westlichen Großkonzernen nicht genehme
*Wirtschaftspolitik* verfolgten. Und mit Wirtschaftspolitik ist die
Frage nach Krieg doch wieder bei allen Individuen der Gesellschaft
angekommen. Immerhin bedingt unsere Wirtschaftspolitik, ob wir 1,38€/l Benzin zahlen oder 3€ und damit sämtliche Preise aller Waren, die
transportiert werden.

Der *Widerspruch von moralischer Legitimierung eines Kriegs durch
Lügen*, wie wir ihn selten offener als im Irak 2003 sehen konnten,
verwirrt und verunsichert heute viele Menschen. Wie positioniere ich
mich politisch, moralisch und persönlich, um Konsequenzen für mein
eigenes Handeln als Friedens bejahender Mensch zu finden? Oft ist die
Brutalität und Komplexität dieser Kriegsfragen so unbequem, dass man
sich dabei erwischt, ihnen aus dem Weg zu gehen. Also Vermeidung. Also
Angst. Dabei ist eine Positionierung bzgl. der Frage von Frieden (viele
kennen in Deutschland gar keinen anderen Zustand mehr) und Krieg eine
Grundexistenzielle. Wann ist also die Zeit gekommen, sich vor einem
möglichen 3. Weltkrieg zu dieser Frage zu positionieren? Jetzt? In zehn
Jahren? Es brauchts gar nicht? Kann am Ende eine *Umwandlung der
Kriegsangst in Friedensmut* stattfinden?

Kurt Eisner hat im 1. Weltkrieg die Notwendigkeit der *Systemfrage* erst
nach Kriegsbeginn erkannt. Sind wir ihm, seinem Erkenntnisprozess und
dem Handeln vor 100 Jahren nicht schuldig, uns vor einem möglichen 3.
Weltkrieg erneut zu positionieren? Zu den Möglichkeiten und Grenzen
internationaler Organisationen, ob diese ein geeignetes Instrument zur
Friedenssicherung darstellen und inwiefern jeder und jede Einzelne
(durch Diskursverhalten, Konsum, Freizeitgestaltung) mit Verantwortung
trägt, womit wir wieder bei einer gesellschaftlichen Systemfrage wären,
können wir in Austausch kommen, *diskutieren* und sogar*Konsequenzen für
unser eigenes Handeln* austauschen.

Mit:

Fritz Letsch Theaterpädagoge und Gestalttherapeut, politische Bildung und Supervision

Benedikt Schumitz,

WO:? Natürlich im Volxcafé „5 vor 12“ ab 19 Uhr ,Georgenschwaigstr. 26 – U2 Milbertshofen

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