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Revolutionsgespräche-Lesung „Die Erfindung des Rußn“ von Tobias Roth und Daniel Bayerstorfer

24. Januar 2019 @ 19:00 - 21:00

Ein Epyllion zur Münchner Räterepublik von Tobias Roth und Daniel Bayerstorfer

Wie können wir mit einer hundert Jahre alten Revolution in Kontakt bleiben, im Alltag, ganz alltäglich? Wir könnten zum Beispiel einen Schluck von einem Rußn nehmen – das Mischgetränk aus Weißbier und Zitronenlimonade wurde für die Soldaten der Münchner Räterepublik erfunden, die in den großen, ja bombastischen Wirtshäusern der Innenstadt stationiert waren. Die Münchner Lyriker Tobias Roth und Daniel Bayerstorfer haben sich zusammen mit dem Münchner Fotografen Mathias R. Zausinger dieses Detail herausgegriffen und ein langes Gedicht bzw. ein kurzes Epos geschrieben und illustriert: ein Strudel aus Bildern, ein feierlicher Enthusiasmus, ein Feuerwerk der Fakten und Fiktionen. Wie wollen wir uns heute zu Risiko, Revolution und Ruß verhalten?

„Die Erfindung des Rußn“ ist mit einem Vorwort von Jan Kuhlbrodt 2018 im Münchner APHAIA Verlag erschienen.

Tobias Roth
wurde 1985 in München geboren, wo er nach Studien in Freiburg und Berlin als poligrafo lebt und arbeitet. Er debütierte 2013 mit dem Gedichtband Aus Waben (Verlagshaus Berlin) und legte seither zahlreiche eigene Titel, Herausgaben und Übersetzungen aus dem Italienischen, Lateinischen und Französischen vor.
2018 erschienen bislang Roths zweiter Gedichtband Grabungsplan (Verlagshaus Berlin), das Langgedicht Grotesken von Sabbioneta (hirundo press), seine Übersetzung von Voltaires Candide (Officina Ludi), die gemeinsam mit Moritz Rauchhaus geschriebene Menu-Sammlung Wohl bekam’s (Das Kulturelle Gedächtnis) sowie eine gemeinsam mit Wolfgang Hörner ausgewählte und übersetzte Auswahlausgabe Erasmus von Rotterdams (Der sprichwörtliche Weltbürger, Das Kulturelle Gedächtnis), die sich vehement gegen die Desiderius-Erasmus-Stiftung richtet. Ebenfalls 2018 gab Roth im Verlag Das Kulturelle Gedächtnis Giovanni Rossis Aufzeichnungen Cecilia. Anarchie und freie Liebe heraus.

Daniel Bayerstorfer
wurde 1989 in Gräfelfing geboren und wuchs in München auf. Dort wirkt er, nach Aufenthalten in Hangzhou und Padua, als Dichter, Übersetzer und Literaturvermittler.
Sein Gedichtband Gegenklaviere erschien 2017 im Hochroth Verlag. Weitere Gedichte, Übersetzungen, Essays und Kurzgeschichten wurden in diversen Anthologien und Zeitschriften publiziert (u.a. Lyrik von Jetzt 3, All dies hier, Majestät, ist deins: Lyrik im Anthropozän, Jenny, Lob der Mechanischen Ente, Wir sind hier: Geschichten über das Ankommen). Aus dem Chinesischen übertrug er u.a. Jiang Tao und Han Bo ins Deutsche (Chinabox, Verlagshaus Berlin). Er ist außerdem als Literaturvermittler tätig. So ist er Mitorganisator der Münchner Lesereihe meine drei lyrischen ichs und des Festivals Großer Tag der Jungen Münchner Literatur. Er unterrichtet Kreatives Schreiben am Literaturhaus München.

Mathias R. Zausinger
wurde 1989 in München geboren. Er arbeitet multimedial und mit den Möglichkeiten semantischer Verschränkung, und Inventarisierung. Nach einem analytischen Tauchbad in den performanten Narrativen unserer Gesellschaft beschäftigt er sich mit der metaphorischen Kraft von Bild und Geschichte. Er machte seinen Studienabschluss in Philosophie (Master, von 2012 bis 2018 Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes) an der Ludwig-Maximilians-
Universität München und der Freien Universität Berlin.
In seiner ästhetischen Praxis sucht er nach Alternativen zu logosbasierten Kommunikationsformen,
um Phänomene und Diskurskonstellationen sichtbar zu machen. Eine der Strategien, um dominante
Ideologeme zu destabilisieren, ist die Auflösung der Grenzen zwischen Dokument und Fiktion.
Er studiert an der Akademie der Bildenden Künste München bei Olaf Nicolai.

Details

Datum:
24. Januar 2019
Zeit:
19:00 - 21:00